Archiv der Kategorie: Erfahrungen

Auf der Suche nach BILENEWS

Am 26.08.2017 war BILENU wie auch die vergangenen Jahre auf dem Rückkehrerseminar des Weltwärts-Jahrgangs 2016/2017 des Caritas Hildesheim eingeladen. Wir haben mit den Rückkehrern und Rückkehrerinnen über Möglichkeiten gesprochen, auch nach dem Freiwilligenjahr weiter aktiv zu sein und mit Tansania in Verbindung zu stehen. Dabei haben wir Raum gelassen eigene Ideen zu entwickeln, wie z.B. Projekte aussehen können, hatten aber auch die Gelegenheit einen Einblick in unsere Arbeit bei BILENU zu bieten und die Freiwilligen ganz herzlich zu einem weiteren Kennenlernen und Reinschnuppern in die Arbeit des Vereins zu unserem Seminar im November einzuladen.

Der Abend in Goslar war wieder einmal richtig schön. Die Verbindung zu den Menschen, die genauso wie wir in Tansania waren, ist immer sofort spürbar und gibt einem innerhalb kürzester Zeit ein Gefühl der Gemeinschaft. Wir sind dankbar für den Austausch und die vielen Ideen und Anreize, die wir bereits durch die Gespräche an dem Abend erhalten haben und freuen uns auf zahlreiche Gäste auf unserem BILENU-Seminar, die wir hoffentlich bald als offiziell als neue BILENU-Mitglieder begrüßen dürfen.

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Feedback einer Lehrerin zum Projekttag

Wir freuen uns immer wieder Projekktage in Schulklassen unterschiedlicher Altersstufen zu halten. Bei einem dieser konnten Annika und Ina die Lehrerin um ein kurzes Statement zu Ihrer Erfahrung mit unserem Projekttag bitten.

Die Lehrerin schrieb folgendes:

Mit einem methodisch sehr abwechslungsreichen Programm und ihrer offenen Art, gelang es beiden Referentinnen im 1. Teil, den Schüler/innen die ungleiche Verteilung der Resourcen in der Welt regelrecht spürbar zu machen. Im 2. Teil gewannen die Schüler/innen mit Gegenständen, Bildern, einem kleinen Kisuahili-Sprachworkshop und verschiedenen (Familien-)Portraits einen wertvollen Einblick in das Leben in Tansania. Ein rundum gelungener Projekttag, der inhaltlich genau den Eine-Welt-Gedanken vermittelte. Ein herzliches Dankeschön an Annika und Ina!

Ein anderer Teil von Afrika

Ich sitze im Garten auf einer Bank. Hinter mir hängt Marleen ihre mit der Hand gewaschene Wäsche auf. Die Sonne wärmt meinen Rücken. Es liegen sechs Wochen Praktikum in der Thulamela Municipality (vergleichbar mit einem Landkreis in Deutschland) in Thohoyandou im Norden Südafrikas hinter mir. Dort habe ich gemeinsam mit Lukas die Soziale Arbeit für die Mitarbeiter*innen – also in die betriebliche Sozialarbeit – kennengelernt. Marleen arbeitete in dieser Zeit beim „Center for Positiv Care“, eine NGO die mit HIV-Infizierten, kriminellen Jugendlichen und Flüchtlingen arbeitet. Martina und Tim sind auch noch dabei, die beiden arbeiten in einem Kinderheim ca. 40 Minuten von Thohoyandou entfernt. Dieses Praktikum ermöglicht es uns, einen Einblick in das südafrikanische Leben zu bekommen.

In Thohoyandou leben wenige weiße Personen, wir fallen auf. „Mukuwa“ das Venda-Synonym zum Kiswahili-Wort „Mzungu“ (Weiße) hören ich hier allerdings seltener als damals. Oft denken die Leute zuerst, wir würden aus Kapstadt oder Johannesburg kommen. In diesen großen Städten fallen wir gar nicht auf. Als wir ankamen, war das für mich ziemlich paradox: Ich befinde mich in Afrika, aber bin umgeben von vielen europäisch erscheinenden Menschen. Bei einem Trip nach Kapstadt habe ich mich nicht mehr darüber gewundert. Ich habe mich viel mehr darüber gefreut, wie normal hier Menschen mit den unterschiedlichsten Hautfarben leben und zusammenarbeiten. Die „Regenbogengesellschaft“ scheint zu funktionieren, das ist einfach ein gutes Gefühl. Besonders mit Blick auf die Zeit der Apartheid. Ein Begriff, der bei mir Übelkeit hervorbringt….

Beim Besuch in Kapstadt stand natürlich auch der Besuch der „Robben-Island“ – die Insel auf der in den 60er bis 80er Jahren politische Gefangene festgehalten wurden – auf dem Programm. Wir sahen den Ort, an dem Nelson Mandela seine bedeutenden Texte im Kampf gegen die Apartheid verfasste, den Widerstand organisierte. Wir wurden von einem ehemaligen Insassen über das Gelände geführt. Es war sehr bewegend. In Momenten wie diesen frage ich mich, wie Menschen auf solch‘ grausame Ideen wie Rassentrennung oder Apartheid kommen – und freue mich im selbem Moment, dass ich mich an einem historischen Ort befinde, dass diese Grausamkeiten der Vergangenheit angehören.

Nach dem Besuch musste ich an BILENU denken. Wir setzen uns gegen Vorurteile ein. Versuchen Menschen die Möglichkeit zu geben, den afrikanischen Kontinent aus einer anderen Perspektive, auf Augenhöhe zu betrachten. Versuchen Partnerschaften aufzubauen. Versuchen junge Leute für ein Jahr im Ausland, außerhalb der deutschen Grenzen zu begeistern. Wir versuchen Menschen dazu zu bewegen, über den Tellerrand zu blicken. Das ist ein gutes Gefühl.
Besonders bei der Vorbereitung und in den ersten Tagen in Südafrika dachte ich viel an meine Zeit mit Nine in Tansania. Ich fragte mich, was gleich sein wird, was anders sein wird. Thohoyandou ist von der Einwohnerzahl ausgehend ca. 3 mal so groß wie Kondoa in Tansania. Mit Nine lebte ich bei katholischen Schwestern, hier leben wir in einem eigenen Haus und haben einen Mietwagen. Supermärkte wie Shoprite (vergleichbar mit Lidl oder Aldi), den wir von Kondoa aus in sechs Stunden erreichen konnten, gibt es hier gefühlt an jeder Ecke. Während in Kondoa immer knielange Röcke und bedeckte Schultern an der Tagesordnung waren, spielt dies hier kaum eine Rolle. Auch traditionelle Kleidung sehe ich hier seltener. Allgemein lässt sich sagen, dass sich das Leben hier in Thohoyandou weniger stark vom europäischen Leben unterscheidet, als das Leben in Kondoa. (Soweit ich das nach nach 6 Wochen beurteilen kann).

Rote Erde, Kuh- und Schafherden, Baobabbäume und Akazien, Vodacom, kleine Läden an der Straße, in denen es scheinbar alles zu kaufen gibt, die Wärme und der Sonnenuntergang gegen 18:00 Uhr- das alles weckt Erinnerungen an die Zeit in Kondoa in Tansania. Doch Thohoyandou ist anders als Kondoa. Südafrika ist anders als Tansania. Afrika ist nicht gleich Afrika.

Ina

Kinderferienspaß Programm mit den Pfinztaler Entwicklungspartnerschaften

Am 05.08. war „Bildung ist Leben – Elimu ni Uhai“ bei der Ferienspaßaktion „Ein Tag in Afrika“ von den Pfinztaler Entwicklungspartnerschaften beteiligt. Für 4 Stunden reisten 17 Kinder und 7 Betreuer*innen nach Afrika. Doch dort erwarteten sie kein Strandurlaub oder Safari, sondern der ganz normale Alltag der afrikanischen Bevölkerung. Das zeigte sich schon bei der Anreise, als der imaginäre Kleinbus immer voller wurde und Plätze geteilt und Leute gestapelt werden mussten. Angekommen wurde Wasser mit einem Joch vom „Brunnen“ „nach Hause“ transportiert, daraufhin musste wassersparend Wäsche gewaschen bzw. nasse Wäsche mit aller Kraft ausgewrungen werden. Holz wurde gesammelt, zu einem Bündel zusammengebunden und auf dem Kopf IMG_9149transportiert. Rasseln aus Draht, Holz und Kronkorken wurden gebastelt und auch die Landwirtschaft sollte nicht zu kurz kommen. Unkraut wurde mit Hacken aus Mali gejätet und kleine Sukkulenten gepflanzt. Zum Entspannen konnten im afrikanischen Zelt Märchen gelauscht oder Bilder angeschaut werden, auch ein afrikanisches Memory wurde gespielt. Es wurde gesungen, getrommelt und gerasselt. IMG_9170Zum Abschluss gab es ein afrikanisches Fest für das sich alle afrikanische Kleidung anzogen haben und Fladenbrot mit Dips aus Erdnuss, Wassermelone und Mango genossen. Und schon war die Zeit vergangen. Wir hoffen die Kinder konnten einen guten Einblick in den Alltag afrikanischer Menschen gewinnen und hatten viel Spaß.