Projekttag im Kepler Gymnasium Pforzheim: Der Weg eines Handys

Im Rahmen des Projekttages im Keppler Gymnasium Pforzheim konnten Valerie und Annika einen Workshop zum Thema „Der Weg eines Handys“ anbieten. 25 Schüler*innen der 8. und 9. Klassenstufe verbrachten mit uns den Vormittag und lernten die Wertschöpfungskette eines Handys von der Entwicklung, über die Rohstoffgewinnung, Produktion, Nutzung und Entsorgung kennen. Erstaunlich, was für einen Weg ein Handy im Laufe seines Lebens auf unserer Erde zurücklegt! Nach der Entwicklung, meist in den USA oder Europa, müssen die Rohstoffe gewonnen werden. Woher kommen die Rohstoffe, wofür werden sie gebraucht und welche sozialen, gesundheitlichen oder ökologischen Probleme hängen mit der Rohstoffgewinnung zusammen? Die seltene Erde Coltan (Tantal) hat beispielsweise 80 Prozent ihres weltweiten Vorkommens im Ostkongo, wo der Bürgerkrieg eng mit den Minen verbunden ist. Etwa 80 Prozent des geförderten Goldes werden durch die Zyanid-Methode gewonnen. Das Ergebnis sind zerstörte und unfruchtbare Landstriche und vergiftetes Wasser. Ähnliche Probleme entstehen auch bei der Gewinnung anderer Rohstoffe, die zur Herstellung von Handys benötigt werden.

Verarbeitet werden die Rohstoffe meist in asiatischen Zuliefererbetrieben. Nach einem Videoinput zu den Arbeitsbedingungen in verschiedenen chinesischen Apple-Zulieferern schlüpften die Schüler*innen in einem Planspiel in verschiedene Rollen: Arbeiter*innen, Menschenrechtsaktivist*innen, Journalist*innen, Verkäufer*innen und die Leitung vom Zulieferbetrieb und Mutterkonzern sitzen, so das Szenario, an einem Tisch und sollen einen Verhaltenskodex für die Produktion erarbeiten. Schnell stellte sich heraus welche Interessen von wem vertreten werden und wer eigentlich die ganze Zeit die Zügel in der Hand hat.

Bei der Nutzung von Handys steht Hongkong mit 239 Handys pro 100 Einwohner ganz oben auf der Rangliste, aber auch andere Länder und ihre Handydichte bringen Überraschendes zu Tage. Im Zuordnungsspiel von Ländern zur Anzahl angemeldeter Handys pro 100 Einwohner lagen die Schüler*innen gar nicht so schlecht, doch manch ein Ergebnis war dennoch unerwartet.

Am Ende ging es darum gemeinsame Handlungsschritte aus dem Gelernten zu erarbeiten und zu diskutieren. Die Schüler*innen zeigten sich bei vielen Übungen sehr interessiert und wir hoffen, wir konnten ihr Wissen mit spannenden Informationen erweitern, das Bewusstsein für die Problematik stärken und zum Nachdenken anregen. Beim gemeinsamen Schulfest ließen wir den Nachmittag ausklingen und hatten noch einige schöne Gespräche.